Winckelmann , Johann Joachim (1717-1768), deutscher Archäologe und Kunsttheoretiker, Begründer der neueren Archäologie.
Winckelmann galt als führender Experte für das klassische Altertum und war wegbereitend für den Klassizismus. Seine Veröffentlichungen "Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst" und seine fingierte Gegenschrift "Sendschreiben über die Gedanken von der Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst" (1756) sowie seine Beantwortung der Gegenschrift fanden ebenso große Beachtung wie die "Geschichte der Kunst des Altertums" (1764).
Winckelmann charakterisierte das Wesen der griechischen Kunst als "edle Einfalt und stille Größe". Noch bevor er sich 1755 nach Rom begab, trat der Protestant Wickelmann zum Katholizismus über. 1757/58 wird Winckelmann als Bibliothekar und Kustos der Antikengalerie des Kardinals Albani erwähnt, 1763 erhielt er die Aufsicht über die Ausgrabungen in und um Rom übertragen. 1768 fiel Winckelmann in Triest einem Mordanschlag zum Opfer.
J. W.s sämtliche Werke (Hg. J. Eiselein), 12 Bde. und 1 Tafelbd., Donaueschingen 1825-29, Nachdr. Osnabrück 1965; C. JUSTI, W. und seine Zeitgenossen. 2 Bde., Leipzig 1866-72, 3 Bde. Hg. von W. Rehm, 5. Aufl. Köln 1956; H.-G. THALHEIM, Zeitkritik u. Wunschbild im Werk des frühen W. Ein Beitr. zum Problem der Traditionswahl in der dt. Klassik, Diss. Jena 1954.
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