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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Windsor-Stuhl , seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlicher englischer Stuhltyp, der seit dem späten 18. Jahrhundert der ländlich rustikalen Möbelgattung zuzuordnen ist.

Die Rückenlehne des Sitzmöbels besteht aus dünnen Streben oder gedrechselten Stäben, die wie die Stützen der Armlehnen in die Sitzfläche eingelassen sind. Die gleichfalls hölzerne Sitzfläche ist der Körperform angepasst. Wurden die Streben der Rückenlehne gedrechselt, galt dies auch für die Stuhlbeine, die sonst meist als * Cabriole leg ausgebildet sind. Die gedrechselte Ausführung soll ursprünglich vor allem nahe Windsor gefertigt worden sein, daher der Name; seit dem 18. Jahrhundert vornehmlich in Wycombe, Buckinghamshire, einem Zentrum der englischen Möbelherstellung. Die Armlehnen sind bei den Stühlen oft um die hohe Rückenlehne optisch weitergeführt. Bei den seit 1725 auch in Amerika beliebten Windsor-Stühlen wurde manchmal eine Armlehne als Schreibunterlage verbreitert ausgeführt und die Variante "Writing Windsor" (Schreib-Windsor-Stuhl) genannt. Seit dem 19. Jh. wird der Windsorstuhl auch als * Schaukelstuhl hergestellt.

J. GLOAG, The Englishman´s Chair, London 1964; E. BIDWELL BATES, J. L. FAIRBANKS, American Furniture. 1620 to the Present, New York 1981.


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