Ziborium (Mz. Ziborien), von lateinisch ciborium, "Becher",
1) zeltförmige Überdachung eines Altars, einer Statue oder eines * Sarkophags.
2) Deckel eines aus der * Pyxis entwickelten Hostienbehälters. Der Gefäßtyp entstand, indem Pyxiden mit Standfuß, * Schaft und einem meist kegelförmigen Deckel versehen wurden. Wie andere zeltförmige Überdachungen nannte man den Deckel Ziborium und übertrug die Bezeichnung später auf das ganze kelchförmige Gefäß. Als Ziborium spricht man im allgemeinen nur Hostienbehälter an, die keinen Einblick in das Innere des Gefäßes gewähren, also nicht wie die als Schaugefäße ausgebildeten * Ostensorien oder * Monstranzen zum Teil aus * Bergkristall oder Glas bestehen. In der Ostkirche sind die für das geweihte Brot verwendeten Behälter gewöhnlich größer und heißen Artophorien, griechisch, "Brotbehälter".
G. BANDMANN, Mittelalterl. Architektur als Bedeutungsträger, Berlin 1956; H. CÜPPERS, Vorformen des Ciboriums, Diss. Bonn 1956; M. T. SMITH, The "Ciborium" in Christian Architecture at Rome, 300-600 A. D., Diss. New York 1968.
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