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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Zuchtperle . Die ersten Versuche, Muscheln zur Bildung von Perlen anzuregen, sind aus China bekannt, wo man Sandkörner in Seeperlmuscheln einsetzte.

Der Gedanke, Perlen züchten zu können, wurde zum Lebensinhalt des Japaners Kochiki Mikimoto, seitdem er 1891 in Yokohama bei einer Ausstellung über Perlen und Perlschmuck von den chinesischen Experimenten gehört hatte. Da sich * Perlmutter nur sehr langsam bildet (* Perle), dauert es lange, bis Erfolg oder Misserfolg erkennbar werden. Zu Beginn mussten viele Rückschläge hingenommen werden. Die von Mikimotos Schwiegersohn und Mitarbeiter Nishikawa entwickelte spezielle Technik wurde 1907 zur Patentierung eingereicht. Die ersten vollendet ausgebildeten Zuchtperlen aus Japan konnten in Europa 1921 anlässlich einer Juwelenausstellung in Paris bewundert werden.

Große Fortschritte wurden erzielt, als man den Austern als Fremdkörper nicht mehr Sandkörner, sondern gedrehte Perlmutterkügelchen einsetzte. Die Zuchtperle werden dadurch in ihrem Gefüge homogen, was sich günstig auf den Glanz (Lüster) auswirkt. Einen ähnlichen Effekt erzielte man mit Fremdkörpern aus * Alabaster. Bahnbrechend war auch, dass der Fremdkörper nicht nur in die Muschel eingebracht, sondern durch einen Schnitt eine künstliche Perltasche hergestellt wurde, in die man den Fremdkörper einpflanzte. Zusätzlich versah man den Fremdkörper mit dem Mantelgewebe anderer Muscheln, um das Einwachsen des Fremdköpers zu erleichtern. Der Fremdkörper wird in die Muschel eingepflanzt, wenn sie drei Jahre alt ist, und dann dauert es ungefähr drei bis sieben Jahre, bis die Perle die entsprechende Größe hat, um "geerntet" werden zu können. Während dieser Zeit werden die Muscheln in einer Meerestiefe von zwei bis drei Metern in Drahtbehältern gelagert.

W. MAIER, Brillanten u. Perlen, Stuttgart 1949.


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