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Doppelfigur , die Darstellung zweier Personen oder ein und derselben Person in einem Stück, wobei die Rückenpartie der einen Figur die Frontseite der anderen bildet.

Bei den gleichpersonigen Doppelfiguren handelt es sich fast ausschließlich um Marienstandbilder. Sie waren am Wegrand (meist in Verbindung mit einem * Bildstock) in der Weise aufgestellt, dass vorbeigehende Wanderer beim Zugehen auf die Figur und danach, wenn sie sich von ihr entfernten, die gleiche Darstellung sahen (Doppelmadonnen). Doppelfiguren, die verschiedene Personen wiedergeben, findet man häufig in Form zweier Heiliger. * Johannes und Paulus, die Wetterherren oder Wetterheiligen, wurden früher oft als Doppelfigur dargestellt. Eine Variante der Doppelfiguren sind die * Memento-mori-Gestaltungen, bei denen ein und dieselbe Person, meist eine Frau, einmal in ihrer Jugend, das andere Mal im Greisenalter (bisweilen als Skelett) zu sehen ist. In der Art der Doppelfigur gibt es auch * Hermen (Doppelherme). * Vortragekreuze sind häufig als Doppelkruzifixe ausgeführt.

K. W. KÜSTNER, Gnadenstuhl und Madonna als D., in: FS für M. Wackernagel, Köln, Graz 1958.


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