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Grisaille , französisch, "Grau in Grau", Bezeichnung für eine aus verschiedenen Grautönen bestehende monochrome Malerei.

Ausgesparte Teile des hellen Malgrundes dienten zum Höhen (* gehöht). Die Grisaille ist vor allem in der Buchmalerei und bei kleinen Objekten in Form von * Gouachen zu finden, etwa bei den aus dem 18./19. Jh. stammenden, als Zier von Dosendeckeln dienenden Bildern (Putti-Darstellungen etc.). Bei Ölgemälden ist die Grisaille oft auf einen kleinen Bereich beschränkt, etwa um den Tod (* Tödlein) oder Steinplastiken etc. wiederzugeben. Der gedeckten Farben und der dargestellten Motive wegen wird Grisaille auch als "Totfarbe", "Todfarbe" oder "Steinfarbe" bezeichnet.

Gebräuchlich war die Grisaille ferner bei architektonischen Rahmungen großer Altartafeln und seit dem 13. Jh. auch bei Glasfenstern. Besonders die Zisterzienser lehnten farbige * Glasmalereien ab, "da diese von der feierlichen Handlung des Gottesdienstes ablenken". Die Graumalerei ist eine Sonderform der * Camaieu-Technik. (Unter Camaieu versteht man ganz allgemein eine Malerei, die in verschiedenen Nuancen einer einzigen Farbe ausgeführt ist.)

G. K. FIERO, Devotional Illumination in Early Netherlandish Manuscripts: A Study of the G. Miniatures, Diss. Tallahassee 1970; B. ANDERES, Grau ist auch eine Farbe. G. im Kanton St. Gallen, in: Von Farbe und Farben, FS für Albert Knoepfli zum 70. Geburtstag, Zürich 1980; M. HUTTER, G.malerei von Pucelle bis Rogier van der Weyden, Diss. Wien 1983; M. OSTERSTROM-RENGER, The Netherlandish G. Miniatures. Some Unexplored Aspects, in: Wallraf-Richartz-Jahrb. XLIV, 1983; M. GRAMS-THIEME, Lebendige Steine: Studien zur niederländ. G.malerei des 15. und frühen 16. Jh., Diss. 1987, Köln 1988.


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