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Parthenon , der, griechisch, "Jungfrauengemach", Name des 69x31 m großen Säulentempels der Athena Parthenos auf der * Akropolis in Athen, mit je 17 Säulen an den Längs- und 8 an den Schmalseiten.

Der Parthenon gilt als das berühmteste Bauwerk der griechischen Klassik und soll 447-438 v. Chr. unter der Oberaufsicht des Bildhauers * Phidias von den Baumeistern Iktinos und Kallikrates anstelle eines in den Perserkriegen zerstörten Tempels der Athene errichtet worden sein. Von Phidias selbst stammte das ca. 12 m hohe chryselephantine Standbild der Göttin im Inneren des Tempels. Auch an dem in 12 m Höhe an der Außenwand der * Cella befindlichen ca. 160 m langen figürlichen Parthenonfries soll der Künstler persönlich mitgewirkt haben. Der * Fries zeigt die alle vier Jahre zu Ehren der Göttin Athene abgehaltene Prozession.

Zum Unterschied von der üblichen Gepflogenheit, auf Tempeln Götter und Heroen wiederzugeben, sind auf dem Parthenonfries neben Pferden und anderen Tieren Bürger von Athen zu sehen, die der Göttin huldigen, ein Hinweis auf die unter Perikles entstandene demokratische Gesellschaftsordnung. Der Parthenonfries war das Vorbild für zahlreiche plastische Werke späterer Zeit. Die 1836 gefundenen Farbspuren machten deutlich, dass der weiße Marmor des Parthenon bemalt war, wie früher in Griechenland üblich. Die gewaltigen Kosten der Bautätigkeit auf der Akropolis finanzierte Perikles mit den Abgaben, die Athen durch den Attischen Seebund einhob. Bei der Arbeitsvergabe und Honorierung des Parthenon-Baus wurde Perikles der Bevorzugung der Gruppe um Phidias bezichtigt. Phidias warf man vor, sich selbst sowie Perikles auf der * Ägis, dem Schild der Göttin Athene, dargestellt und etwas von dem für die Gewandung des Standbildes bestimmten Gold für sich abgezweigt zu haben (* Phidias).

Es gibt Historiker, die meinen, Perikles habe den Krieg mit Sparta nur begonnen, um von den gegen seine Person gerichteten schweren Angriffen abzulenken. Im 5. Jh. wurde der Parthenon in eine christlichen Marienkirche und 1456 von den Türken in eine Moschee umgewandelt. Bei der Belagerung Athens durch die Venezianer 1687 gingen durch eine Pulverexplosion mehrere Säulen und Giebelfiguren zu Bruch, wurden später aber wiederhergestellt. In der Zeit von 1803-1812 ließ Lord Elgin viele Skulpturen des Parthenon nach England bringen, wo sie vom British Museum in London angekauft wurden ("Elgin Marbles").

H. RIEMANN, Die vorperikleischen Parthenonprojekte, in: Antike 16, 1940; W. HEGE, G. RODENWALDT, Die Akropolis, Berlin 1941; G. P. STEVENS, Remarks upon the Colossal Chryselephantine Statue of Athena in the Parthenon, in: Hesperia 24, 1955, S. 240-276; E. LANGLOTZ, Phidias und der Parthenonfries, Stuttgart 1965; R. CARPENTIER, Die Erbauer des P., München 1970; J. A. BUNDGAARD, The Excavations of the Athenian Acropolis, Kopenhagen 1974; F. BROMMER, Die P.skulpturen: Metopen, Fries, Giebel, Kultbild, Mainz 1979; B. WESENBERG, Wer baute den P.?, in: Athenische Mitteil. 97, 1982; E. BERGER (Hg.), P.-Kongreß, Basel 1982, Mainz 1984.


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