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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Sud

Werkstättenbezeichnung für verdünnte Schwefelsäure als Abbeizmittel.
Es gibt verschiedene Zusammensetzungen und Anwendungsgebiete.
Altes Rezept: 2 Teile Wasser und 1 Teil Schwefelsäure. Bei der Mischung achten: "Zuerst das Wasser, dann die Säure sonst passiert das Ungeheure!". Verätzungsgefahr!!!!
Bei umgekehrter Anwendung, spritzt die Säure aus dem Gefaß.
10prozentige Schwefelsäure H2SO4 (umweltbelastend)
Als Alternative kann auch die verdünnte Schwefelsäure eingesetzt werden. Der Nachteil dabei ist, dass die meisten Legierungen in der Goldschmiedewerkstatt Kupfer enthalten. Dadurch werden über die erhitzte Beize Kupfer-I und Kupfer-II Oxide abgelöst.
Ein Teil der Oxide ist in der Beize unlöslich, der andere Teil reagiert mit der Schwefelsäure und verbindet sich zu Kupfersulfat. Bei zunehmendem Sulfat-Anteil verringert sich sehr schnell die Wirkung des Beizmittels.
10prozentige Salpetersäure HNO2
Bei den Platinlegierungen empfehlen wir vor jeder erforderlichen Zwischenglühung (bei 950-1000 Grad Celsius Weißglut) - z.B. nach dem Blechwalz- oder Ziehvorgang - das Abbeizen der Werkstücke mit dieser verdünnten Salpetersäure. Durch diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand ist sichergestellt, dass keine metallischen Verunreinigungen die Weiterbearbeitung negativ beeinflussen können.
10-15prozentige Ameisensäure HCOOH
Nach dem Schweiß-, Löt- oder Glühvorgang bei Palladiumlegierungen sollte das Werkstück bevorzugt mit einer 10-15prozentigen Ameisensäure abgebeizt werden.


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