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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Diamantschliff

Beherrschte man das Schleifen von Farbsteinen schon seit vorchristlicher Zeit sehr gut, so hat der Diamant als unser härtestes bekanntes Mineral (Härte 10 nach Mohs) einen kürzeren Schleifweg hinter sich. Wann, wer und wo die grundlegende Entdeckung gemacht wurde, aus der die Diamantschleifindustrie hervorging, wissen wir nicht genau. Der Diamantschliff entwickelte sich wahrscheinlich mehr oder weniger gleichzeitig in Indien und Europa. Möglicherweise sogar in Venedig.
Um zirka 1430 bis 1450 wurde die Technik des Schleifens, mit der die Oberfläche des Rohdiamanten ebene Flächen oder Facetten erhielt, soweit entwickelt, dass aus unauffälligen Steinen sehr schöne geschliffen wurden. Dem Belgier "Lodewyk van Berquem" wird traditionsgemäß um 1476 die Erfindung des Diamantschliffes zugeschrieben, allerdings war zu dieser Zeit das Schleifen schon recht weit fortgeschritten. Damals stand das Diamatschleifen in Indien, Venedig, Nürnberg und Flandern (Belgien) bereits in voller Blüte. Van Berquem wurde der Anführer einer jungen Diamantschleifindustrie in Antwerpen. Um 1500 soll es bereits 50 verschiedene Diamantschliffe gegeben haben. Der Renaissancegoldschmied Benvenuto Cellini, der auch das Schleifen von Diamanten in seinen Aufzeichnungen beschrieb, reihte den Diamant im Hinblick auf den ästhetischen und den finanziellen Wert weit hinter den Rubin und Smaragd ein. Wenn man nicht an die Zauberkräfte des Diamanten glaubte, so gab es an einem Rohdiamanten nicht viel zu bewundern. Die lichtreflektierenden Eigenschaften des Diamanten, die ihn erst schön machen, lagen in ihm verborgen und konnten erst durch das Schleifen und Facettieren an das Tageslicht geholt werden.
Man hatte also gelernt und erkannt, dass Diamant eben nur mit Diamant schleif- und polierbar ist. Als Erstes beherrschte man das Spalten mittels Stahlbeiles. Seit dieser Zeit hat sich von der Grundkonzeption des Diamantschleifens her nicht sehr viel geändert, außer dass die moderne Schleif- und Computertechnologie Diamantschleifautomaten, Rondistpoliermaschinen, Laserbohr- und Schneidemaschinen entwickelt hat. Seit zirka 1976 ist es möglich, die Rondiste eines Brillanten hochglänzend zu polieren. Geblieben aber ist der hohe Härtegrad, und gerade dieser bringt heute, wie einst, noch immer Diamantschleifer an den Rand des Wahnsinns, denn an so manchen größeren Brillanten oder Diamanten kann man viele Stunden, Wochen und sogar Monate lang schleifen. Die Lasertechnologie hat auch die Schliffformen geändert, da die Möglichkeiten fast grenzenlos sind.
Die entwickelten Schleifautomaten werden möglicherweise in einigen Jahrzehnten den Diamantschleifer zu einem hohen Prozentsatz ersetzen - ganz aber nie! Heute gibt es weltweit gesehen zirka 5000 Schleifautomaten. Man spricht von "Piermataicsmaschinen", wobei etwa 40 Prozent in Israel und 20 Prozent in Südafrika stehen. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Staaten. Eingesetzt werden diese Maschinen in erster Linie für "Mêlée-Ware" und Brillantgrößen um 0,25 bis 0,75 ct. Eine genaue Analyse ist nicht möglich.


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