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Humpen Bezeichnung für ein mehr oder weniger reichhaltig gestaltetes Biergefäß aus Edel- oder Unedelmetall sowie aus Glas und Ton.
Ein Humpen besteht aus einem zylinderförmigen Körper (auch leicht konisch nach oben verjüngt), einem Deckel mit Scharnier (Scharnierdeckel mit und ohne Knauf) und Daumenrast sowie einem Henkel. Meist wulstförmiger und profilierter Fußrand.
Zu Beginn des 15. Jh. waren England, Deutschland und Skandinavien die biertrinkenden Länder, in denen der Humpen verbreitet war und auch erzeugt wurde. Bis in das 18. Jh. wurde Bier zu Festtagen aus Silberhumpen getrunken, später aus Gläsern. Im Alltag wurden Zinn- und Fayencehumpen verwendet.
Der Humpen ist ein bürgerliches Trinkgefäß, das täglich benutzt wurde, ohne reichhaltige Dekoration. Die ursprüngliche Form ist wahrscheinlich in Norddeutschland entstanden (Zylinderform, nach oben hin leicht konisch verlaufend, Scharnierdeckel mit Daumenrast und Henkel).
Je nach Zeitstil und Land sind unterschiedliche Dekorationen zu beobachten.
Deutschland 16. und 17. Jh. Frühe Humpen sind klein und konisch, später größer und schmuckreicher, mit getriebenen biblischen oder mythologischen Szenen. Zylinderischer Humpen, teilvergoldet, mit profiliertem Fuß und getriebenem Dekor wie z.B. Beschlagwerk, Masken, Blumen auf mattiertem Grund. Münzhumpen (Münzen wurden in Wandung und Fuß eingelassen).
England: Frühe Humpen um 1560-1570 sind konisch, mit gewölbtem Deckel, profiliertem Fuß und S-förmig geschwungenem Henkel.
Dekor: Getriebene oder gravierte Rollwerkornamente. Vor 1600 sparsam mit Arabesken graviert. Glatte, zylindrische Humpen ohne Sockel, niedrig und breit, mit flachem Deckel, massivem Deckeldrücker und Besitzerwappen.
Besonders beliebt zwischen 1600 und 1630. Profilierter Sockel (1650-1660), breiter Fußrand, flacher Deckel, noch immer S-förmiger Henkel. Nach 1660 verschwindet der Fußrand.
Später zeigen Humpen einen leicht konischen, trommelförmigen Korpus mit flach profiliertem Sockel, gestuftem Deckel und unterschiedlichen Deckeldrückern. Die Wandungen sind glatt oder mit Wappen graviert bzw. mit Arkantusblattmotiven als Dekor versehen.
Um 1690 findet man godronierte Ränder und aufgelötete (Cut Card) auf Henkeln und Deckeln. Ab dem 17. Jh. begann sich der Deckel buckelartig zu wölben, godronierte Motive kamen auf. Die Humpen wurden niedriger, der Korpus passte sich den barocken Formvorstellungen (Birnenform) an.
Generell waren die Humpen des 18. Jh. auf drei gegossenen Füßen stehend und oft in der Form vollplastisch ausgebildeter Löwen oder Früchten dargestellt. Größere Humpen wurden mit einem Balusterknauf versehen, prunkvollere mit einem Wappenknauf. Um 1730 wurde auch der Korpus balusterförmig.
Ab 1750 wurden die Humpen kleiner und verloren gegen Ende des Jahrhunderts ihre Bedeutung.
Skandinavien: Im frühen 16. Jh. wurden die Humpen in hohen, schlanken, zylindrischen Formen hergestellt (leicht konische Wandung, abgestufter Sockel, gewölbter Deckel mit einem Dekor aus Profilbänder, Gravuren, Medaillons, Arabesken, Figuren, tierische Ornamente, getriebenes Schnörkelwerk. Später (1650) zeigen sie noch immer einen breit-gedrungenen Korpus mit gewölbtem Deckel und glatter Wandung. Der Sockel ist nicht mehr abgestuft, sondern ruht auf meist drei gegossenen Füßen, die kugelförmig als Klauen oder Löwen oder in Form eines Granatapfels ausgebildet sein können. Das gleiche Motiv kann sich am Deckeldrücker finden. Als Daumenrast waren zwei Eicheln sehr verbreitet.
Erst 1680 bis 1690 kommen die "Schwedischen Zapfenhumpen" (im inneren der Henkelseite wurde eine Reihe von acht unter einander liegenden Zapfen angebracht, die beim Umtrunk den Bierkonsum markieren sollten) auf. Merkmal dieser Humpen: Höhe ist gleich Breite, glatter Korpus, der sich zum Sockel hin verjüngt, flacher Deckel, über den Rand hinaus stehend, meist graviert, breite geschweifte und getriebene Henkel, Früchte- und Blumenmotive als Dekor. In Skandinavien waren silberne Humpen bis in das 19. Jh. üblich.
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