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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Cocktail-Stil / Cocktail-Schmuck

Schmuckstil der 30er bis 40er Jahre des 20. Jh. Auch als "Retro Moderne" bezeichnet. Der Cocktail-Stil war ein Cocktail aus verschiedenen Mixungen, wobei die Hauptmerkmale im Design des Art Deco zu finden waren, dem Modernismus und dem Maschinenzeitalter, mit einer starken Bewegung und den Komponenten der Industriefertigung. Es handelte sich um eine robuste, ausgeprägte Mode. Sie war spitzig und extravagant wie die alkoholischen Mixturen (Cocktails), von denen der Name abgeleitet wurde. Er besteht aus leicht aggressiven, großspurigen Schmuckstücken, geschaffen, um damit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Erkennen kann man den Cocktailstil an seinen Unmengen von Farbgold (750/000), vor allem Rotgold in der Kombination mit Rubinen oder Gelbgold mit verschiedenen Farbedelsteinen. Falten und Drapierungen aus Gold oder vergoldeten Metallen, sowie an riesigen Citrin-Stücken, blauen Aquamarinen und Bändern aus winzigen, eckig geschliffenen Saphiren. Eine Mode, die massiven Reichtum vorspiegeln sollte, was sich besonders gut im Bereich des Modeschmucks bewerkstelligen ließ. Meist war es so, dass der Modeschmuck im Design den Ton angab und sein Stil für echten Schmuck imitiert wurde. Diese üppige, kreative Ära des Schmucks nahm ihren Anfang in Amerika, wo diese kühne und ausgeprägte Mode ausgesprochen beliebt war. Bedingt durch die Wirren der Vor- und späteren Kriegszeit war man von Paris modemäßig abgeschnitten. Dadurch waren die amerikanischen Modeschöpfer gezwungen, ihren eigenen Mode- und Schmuckstil zu kreieren. Trotz der Wirtschaftskrise von 1929 bis 1939 und des darauf folgenden Krieges, herrschte ein Bedarf im weit von Europa entfernten Amerika an Luxus. Man flüchtete sich, wann auch immer, in eine andere Welt und dies in allen Gesellschaftsschichten. Die Menschen sehnten sich nach Glanz, Geld und dem Glanz Hollywoods. Vor allem die Damen fanden ihn in den Kleidern und Accessoires. Bekannte Modezeitschriften brachten die allerneueste Mode und den neuen Stil ins alltägliche Leben. Aschenputtel-Geschichten wurden gelesen und Träume geweckt. Ende der 30er Jahre wurde der Lebensstil der Reichen in allen Gesellschaftsschichten nachgelebt. Frauen erkannten, dass sie auch ein Recht auf ein Gesellschaftsleben hatten, zu dem Parties, Bälle und Kabarett gehörten. Diesen Zeitstil fand man bei Juwelenschmuck wie beim unechten Bijouterieschmuck auch in abgeschwächten Formen nach dem 2. Weltkrieg in Europa.


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