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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Cannetille-Technik

Bis ins 18. Jh. war Schmuck ein Privileg von kirchlichen und weltlichen Fürsten. Für die einfache Bevölkerung gab es den damals üblichen Eisenguss und einige eher billigere Materialien.

Erst mit der eingesetzten Bourbonen-Monarchie in Frankreich entstand eine neue, eher sparsame Art der Schmuckverarbeitung: Cannetille. Bei der Cannetille-Technik wird aus Golddraht, ein gezwirntes Edelmetall (meist Silber vergoldet), ein Gerüst aus Ranken und Formen gebildet. Ein Schmuckgerüst, mit dem sich aus einer kleinen Menge Goldlegierung auf sparsamste Art möglichst großer Schmuck herstellen lässt. Vereinfacht gesagt, eine besondere Art der Filigrantechnik. Mit Hilfe von großen billigen Farbsteinen und der Cannetille-Technik, konnte man billigeren Schmuck herstellen, der nun auch für die einfachen Bürger erschwinglich war. Eine besondere Art napoleonischer Stickerei. Zusätzlich wurde alles mit ganz kleinen Goldkügelchen nach klassischer Art geschmückt. Im Zeitalter des Biedermeier um 1830 sehr häufig verwendet.
Biedermeierschmuck war ein Leichtmetallschmuck, der vielfach durch Maschinenarbeit in Form von Pressungen hergestellt wurde. Die Cannetille-Technik war eine Ergänzung der goldschmiederischen Meisterleistung.
Bekannte Stücke sind z.B.: die Brosche der Nanette Kaula (1829) und die Sevigne-Brosche (1840).


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