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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Mokume Gane

Metallverarbeitungstechnik aus Japan. Bekannt seit ca. 1000 Jahren. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bezeichnet die optische Erscheinung geschichteter Metalle.

Unter "mokume" versteht man Holzmaserung, "gane" hingegen bedeutet Metall.

Das gestaltete Metall zeigt sich in seinem Aussehen wie die Jahres- oder Wachstumsringe von Bäumen mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Es besticht der organische Charakter, den die Metalloberfläche damit annimmt, wenn dicht an dicht sich zwei unterschiedliche Stoffe winden.

Diese alte Handwerkstechnik unter "orikae-shi tanren", das wiederholte Falten des Legierungsblocks, wurde ursprünglich als Werkstofftechnik und nicht aus ästhetischen Gründen entwickelt. Japanische Schwertschmiede haben seit ca. 1000 Jahren die Laminierung harten und weichen Stahls dazu verwendet, Schwerter von ausgesuchter Härte und höchster Elastizität zu schaffen.

Der Grundgedanke dabei war folgender: Harter Stahl ist spröde, weicher wird schnell schartig. Beide dicht in dünnen Schichten aneinander gefügt, stützen die jeweilige Schwäche der benachbarten anderen. Davon ausgehend wurden in der japanischen Schwertschmiedekunst die unterschiedlichsten Stahlsorten in einen großen Block zusammengeschmiedet, breitgeschlagen und wiederholt gefaltet.

Die Lamellierung kann dabei ganz unterschiedlich auftreten. Glatt, wie ein Buchenbrett (masame), gewellt (ayasugihada), zerfranst oder auch in Kräuseln, wie es Astlöcher oder Wurzelholzfurniere (mokumé) zeigen.

Das wiederholte Falten und Verschmieden erhöht dabei die Anzahl der Schichten auf exponentielle Weise. Nach einer Faltung erhält man zwei Schichten, nach zwei vier, nach drei acht, sechzehn, zweiunddreißig und so weiter. Nach zehnmaliger Wiederholung dieses Vorganges liegen bereits 1024 Schichten vor und in der Regel wurden japanische Schwerter zehn bis zwanzig mal gefaltet (1.024 – 1,048.576 Schichten).

Die Arbeiten der japanischen Schwertschmiede zählten zu den besten ihrer Art in Form von Hingabe und Perfektion. Sie blieben bis heute unübertroffen. In Österreich ist der Wiener Goldschmiedemeister Alfred Römer der Beherrscher dieser Technik.


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