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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Fayencen

Fayence, französisch. Begriff von der italienischen Stadt Faenza abgeleitet. Bezeichnung für Tonwaren mit gefärbten Blei- oder Zinnglasuren. Die Stücke werden nach dem Modellieren getrocknet, dann bei etwa 900 Grad gebrannt und nach dem Erkalten in ein Glasurbad aus Sand, Pottasche, Blei, Zinn und Wasser getaucht. Dieses Gemisch bleibt als Überzug auf dem Ton haften und wird nach einer anschließenden Bemalung, die direkt auf die noch ungebrannte Glasur erfolgt, wiederum bei über 1100 Grad aufgeschmolzen.

Angemalt wird der Glasurbrand entweder mit Scharffeuerfarben (wegen der hohen Temperatur beschränkt auf Blau, Mangan, Gelb, Grün, Rot, Braun und Schwarz) oder mit Muffelfarben (Metalloxide vermischt mit feingepulvertem, stark blei- und borsäurehaltigem Glas). Letztere müssen in einem dritten Brand bei 600 bis 800 Grad haltbar gemacht werden.

„Echte Fayencen" entstanden erstmals im 9. Jh. v. Chr. im irakischen Perserreich (Mesopotamien). Fayencen von der spanischen Insel Mallorca heißen auch Majolika.


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