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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Daktyliothek

Eine Sammlung von Abgüssen antiker Originalgemmen.

Sie werden historisch aus Gips, Schwefel oder Porzellanmasse hergestellt. Diese ca. 5 bis 50 Millimeter großen, ovalen Gemmen verbildlichen plastisch antike Motive und mythologische oder geschichtliche Szenen. Sowohl die original in der Antike aus weichem Stein geritzten Gemmen als auch die unzähligen Abdrücke waren in der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert sehr beliebt. Einzelstücke, aber mehr noch die Daktyliotheken gehörten in jede höfische Bibliothek. Da die Gemmenoriginale schon damals sehr teuer waren, wurden umfangreiche Abdruckserien aus Gips, Siegellack, Schwefel oder Wachs gefertigt. Die bekanntesten Serien stammen von Philipp Daniel Lippert (1702-1785). Nach seinem Vorbild entstanden nicht mehr nur nach Themen zusammengestellte Sammlungen, sondern vorab konzipierte Abdruckreihen. Diese zusammengestellten Abdrücke von Originalen, die Lippert aus ganz Europa zusammengetragen hat, durften in keinem gutbürgerlichen Haus, in keiner Universität oder Künstleratelier fehlen. Lipperts größte Daktyliothek von 1756 enthält 3000 Abdrücke; eine weitere von 1767 hat 2000 Abdrücke. Aufgabe der geordneten Sammlung war es, das gesamte Repertoire der Glyptik zu illustrieren.


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