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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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oligodynamische Wirkung

oligos = wenig, dynamis = Kraft. Entdeckt vom Schweizer Botaniker Carl von Nägeli um 1893.
Nägeli konnte nachweisen, dass Silber sterilisierend wirkt. Es zeigte sich, dass außerordentlich geringe Metallanteile schon dieses Phänomen besitzen. Vom hygienischen Standpunkt aus sind silberne oder versilberte Bestecke stets unbedenklich, auch wenn sie unzulänglich gespült sind. Die Gefahr einer Infektion von Mund zu Mund ist daher nicht gegeben. Experimente ergaben, dass diese Wirkung von Ionen ausgelöst wird. Chemisch reines Silber ist inaktiv, das heißt, nicht keimtötend. Aber es bedingen kleinste Mengen von Silberoxid oder anderen Silbersalzen, die sich an der Luft in Spuren bilden können, dass Silberionen in das Wasser eintreten und dadurch die gebildeten Salzspuren oder Oxidanflüge sich ihrerseits in Wasser lösen. Auch durch Lokalströme, die sich bei Metallteilen in einer verschiedenen Potentialdifferenz einstellen, können Ionen in die Lösung einschleusen. Eine halbe Milliarde Gramm Silberionen müssen in 1 Liter Wasser gelöst sein, damit die Flüssigkeit entkeimt wird. In ihrer oligodynamischen Wirkung übertreffen die Silberwaren alle Waren aus Stahl, Chrom und Gold.


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