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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Galvanoplastikschmuck

Darunter versteht man nichtmetallische Gegenstände, meistens sind es organische Stoffe, die auf galvanischem Weg mit einer Metallschicht versehen werden.
Diese Art der Schmuckgestaltung erfolgt mit Hilfe des elektrischen Stromes, also mit der Galvanik.
Es eignen sich dafür Gegenstände aus Holz, Gips, Leder, Papier, Blüten, Blättern usw.

Damit man solche Schmuckobjekte schaffen kann, muss die Form zuerst in flüssiges Wachs oder Paraffin getaucht und graphitiert werden. Dadurch wird der Gegenstand leitend gemacht. Anschließend wird diese Form mit einem Kupferdraht umgeben und in ein galvanisches Kupferbad eingehängt. Bei gleichmäßigen Bewegungen des Gegenstandes im Kupferbad bildet sich an den leitenden Stellen ein Kupferniederschlag, der bis zu einigen Zehntelmillimetern stark werden kann. Je nach dem Produkt, das hergestellt wird, muss entweder anschließend versilbert oder vergoldet werden. Manche Abformungen werden auch auf der Rückseite zur zusätzlichen Verstärkung mit Blei oder Zinn verstärkt.

Bei Schmuckstücken, die als Brosche getragen werden, wird vor dem Versilbern oder Vergolden mittels Zinnlotes eine Broschierung angelötet.

Galvanoplastikschmuck ist in Form von Lötungen nicht reparierbar, da das Produkt bei Einwirkung einer Lötflamme verbrennt.
Ein Kleben mittels Zweikomponentenklebers ist möglich.
Solche Gegenstände sollten zu einer Reparatur überhaupt nicht angenommen werden.
Die Technik ermöglicht eine 100prozentige Wiedergabe des Originalstückes, ohne dass dieses beschädigt wird.
Man kann damit Kopien von antiken Gegenständen herstellen.

Erkennungsmöglichkeiten:
Dichtemäßig auffallend leicht, das heißt jede Art einer Metallgestaltung wäre schwerer.
An der Oberfläche oder rückwärtigen Seite können die galvanischen Rückstände in Form von kleinen Metallkügelchen erkennbar sein.
Dies hängt damit zusammen, dass eine gleichmäßige Anhäufung von Kupfermolekülen auf Grund der Bewegungsmechanik im Bad nicht ganz gewährleistet war.


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