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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Yttrium - Ytrium

Chemisches Zeichen = Y
Atomgewicht = 89

1794 entdeckte der finnische Forscher und Chemiker Johan Gadolin (1760-1852) im schwedischen Ytterby in dem nach ihm benannten Mineral Gadolinit das seltene Metall Yttrium (Y). Es ist von Bedeutung für die Kerntechnologie ist und wird für die Herstellung von Laserstäben verwendet.

Seit 1960 wird es zur Produktion von Kunststeinen (YAG) verwendet.

Als Diamantimitation ist er im Schmuckhandel auch unter dem Namen Diamonär von den Air Division of Litton Industries oder unter Cirolyt (gesetzlich geschützter Name) bekannt.

Dieses synthetische Produkt, ohne Vorbild in der Natur, wird betont als „Diamantsubstitut“ also als Diamantersatz – bezeichnet. Bei kubischer Krisallisation wurde der Brechungsindex mit 1.92 (Diamant n = 2.4172) ermittelt. Die Dispersion von 0.050 ist mit der vom Diamant – 0.058 – fast übereinstimmend, so dass Yttriumoxid im geschliffenen Zustand ein beachtenswertes Farbenspiel (Feuer) auszeichnet.

Als Dichte wird 4.84 angeführt. Die Härte soll zwischen 71/2 bis 8 liegen.

YAG wird in der Abkürzung als Yttrium - Aluminium - Granatoid bezeichnet, daher wäre seine richtige Bezeichnung ein Granatoid.

Granat – bzw. Granatoid Typen X3Al5O12

Den Granaten kommt die allgemeine Formel X3Y2Z3O12 zu, in der

X im Wesentlichen Ca, Mg, Fe, Mn, aber auch Y (Yttrium) bedeutet.

Y dagegen FeIII, Al, Cr, TiIII,

Z überwiegend Si, selten P oder As.

Yttriumgranat tritt Y zum Teil für Ca ein, so dass formelmäßig (Ca,Y) Al2Si3O12 vorliegt.

Zu der Granatgruppe werden auch die „Granatoide“ gezählt. Es sind meist Silikate, aber auch Phosphate usw., bei denen ein Granatgitter nachweisbar ist, in diesem aber (SiO4)4-zu einem erheblichen Teil durch (OH)4-ersetzt ist.

Auf dieser chemischen Grundlage wäre als typische Formel eines „Aluminiumgranates“, z.B. die von Pyrop, mit Mg3Al2Si3O12 zu schreiben. Bei den „synthetischen Granat - Typen“, die nun in letzter Zeit bekannt geworden sind und teilweise auch im Handel auftreten, handelt es sich um Granatoide, in welchen bei einer „Granatstruktur“ alles Si durch Al eresetzt ist, wie z.B. beim Y3Al5O12 wiedergegeben werden kann ( siehe oben X3Al5O12).

Der synthetische Yttrium –Aluminium – Granat wäre demnach ein „Granatoid“. Im Handel hat er die kurze Bezeichnung Y.A.G. oder YAG als „simulated diamond“ – also als eine Diamant vortäuschende Synthese – angeboten. Die Herstellung von YAG erfolgt nach dem Zieh – Verfahren von Czochralski. Die Farblosigkeit wird hervorgehoben, doch können durch Zusatz färbender Spurenelemente verschiedene Farben erzielt werden. Chrom verursacht eine grüne Farbe, wobei einige dieser YAG’s Demantoid – Granate vortäuschen. Kobalt verursacht eine blaue, Titan eine gelbe und Mangan eine rote Farbtönung. Durch gedoptes Neodym eine violette Farbe.

Der YAG ist meist frei von Einschlüssen oder er enthält kleine Gasbläschen, die unter einer 10fachen Vergrößerung nicht beobachtet werden können. Es können auch Fingerabdruckähnliche Einschlüsse sowie Ziehstreifen vorkommen.

Untersuchungsobjekte amerikanischer Herkunft zeigten unter dem UVL-Licht eine betonte gelbe Fluoreszenz, eine ähnliche – aber schwächere – unter dem UVS-Licht.

Bei Bestrahlung mit Röntgenlicht wurde ein malvenfarbiges Glühen beobachtet. Das Lumineszenz – Verhalten englischer YAG’s war ähnlich, aber wesentlich schwächer.

Das Feuer der „Diamondaires“ ist bei der angegebenen Dispersion von 0.028 beachtenswert schwächer.

Bei grünen YAG’s kann man kein einheitliches Absorptionsspektrum nachgewiesen werden. Es wechselte mit dem Gehalt an seltenen Erden und es war gelegentlich ganz anormal. Unter dem Chelsa Farbfilter eine betonte rote Farbe, ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Demantoid – Granat.

Eine weitere synthetische Granatoid-Type ist der YIG. Dessen Abkürzung auf den Anfangsbuchstaben Yttrium – Iron – (engl. Eisen) Granat bzw. Granatoid beruht. Er ist von schwarzer Farbe und für den Edelstein Handel von geringem Interesse, wie auch die weiteren, vorher angegebenen synthetischen Granatoid – Typen. Für YIG ist die Dichte nahe 6 und er besitzt magnetische Eigenschaften.

Seit einiger Zeit gibt es noch eine Synthese namens YGG, die einem Yttrium – Gallium – Granat entspricht. Der rosarote und grüne Farbton ist sehr attraktiv und entspricht in der grünen Farbe einer Imitation für Dsavolith (Grüner Grossular).


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