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Granulation / granulieren Granulierung, von lat. granulum, "Körnchen", schon im Altertum von Ägyptern, Griechen und Etruskern angewendeter Dekor bei Gold- und Silberschmuck in Form kleiner Kügelchen aus demselben Material.
Ist eigentlich eine Reaktionslötung. Verzierende Oberflächentechnik in Form von kleinen Kügelchen, die ohne metallisches Lot mit einem Trägermaterial verbunden werden. Etruskische Goldschmiede beherrschten diese Technik besonders gut. In allen folgenden Kulturepochen fand die etruskische Technik der Granulation Fortsetzung. Für Granulationsarbeiten eignen sich besonders gut Feingold und Feinsilber, sowie Legierungen mit sehr hohem Feingehalt.
Im Mittelalter war die Granulation in Siebenbürgen verbreitet . Das Wissen über das Granulieren ging im Laufe der unterschiedlichen Zeitepochen immer wieder verloren und wurde erst im 19.Jh. durch den römischen Goldschmied Augusto Castellani nach dem Studium etruskischer Schmuckstücke neu entdeckt. Im Ausland haben sich besonders Elisabeth Treskow und Johann Michael Wilm um die Wiederbelebung dieser Technik verdient gemacht. In Österreich hingegen ist es der Tiroler/Wiener Goldschmiedemeister Hans Neumeister aus Völs in Tirol. Man kann ihn als österreichischen "Virituosen" unter den Granulationskünstlern bezeichnen.
Der Reiz guter Granulationsarbeiten hängt von der Größe und Form der Granalien, der Gleichmäßigkeit ihrer Anordnung und der kaum wahrnehmbaren metallischen Verbindung auf dem Grundmetall ab. Die Herstellung der kleinen Kügelchen (Granalien) in wirklich runder Form ist sehr schwierig.
Um gleich große Paillen zu bekommen, nimmt man dünn gezogenen Draht (ca. 0,2 mm) und bündelt ca. 10 Drähte zu einem Strang, der dann mit einer Stellschere in immer gleichen Abständen abgeschnitten wird. Ein Tiegel oder eine Schale aus Edelstahl wird auf dem Innenboden mit Lindenholzkohlepulver bestreut. Darauf folgt eine Lage Metallabschnitte, dann wieder Holzkohlepulver usw. bis ca. 2 cm unter den Tiegelrand. Wichtig ist, daß sich die Metallabschnitte nicht berühren. Der Tiegel kommt jetzt in einen Schmelzofen, der auf 1200 Grad Celsius auf die Dauer ca. 1 bis 2 Std. erhitzt wird. Der Tiegel bleibt bis zum Erkalten im Ofen. Anschließend wird der Inhalt in ein Gefäß geschüttet, das zu 1/4 mit Wasser gefüllt ist. Weiteres Wasser wird so lange zugegeben, bis das Wasser klar ist. Die auf dem Grund sichtbaren Granalien gibt man in eine Raumschale und trocknet sie mit der Flamme. Nach dem Aussortieren der unregelmäßigen Granalien, wird mit dem Turmsieb nach Größe sortiert.
Bevor man die Kügelchen aufträgt muss das Grundmetall absolut fettfrei sein. Nach dem Schleifen geht man mit der Glasbürste über das Metall.
Zum Aufkleben der Kügelchen auf das Grundmaterial (Rezipienten) kann man verschiedene Kupfersalze verwenden.
Zum Beispiel:
Teile: Gramm:
1 Tragant (Baumharz)* ................... 0,05
4 Kupferkarbonat* (Malachit) .......... 0,20
10 Boraxin/Fluoron* .......................... 0,50
30 dest. Wasser* .............................. 1,50
*zu beziehen in einschlägigen Chemikalienhandlungen.
Die Mischung wird leicht verrührt und 24 Stunden stehen gelassen, danach nochmals umrühren. Bei Bedarf kann später mit destilliertem Wasser verdünnt werden. Die Kupfersalzmischung wird nun an den Stellen auf den Rezipienten (Grundmetall) aufgetragen, an welchem granuliert werden soll. Die Kügelchen werden mit dem Pinsel aufgenommen und auf dem Grundmetall plaziert. Eventuell überschüssige Mischung muss vorsichtig entfernt werden, da sonst beim Erwärmen Spuren auf dem Untergrund zurückbleiben. Die mit Granalien bestückte Arbeit sollte 20 Minuten trocknen.
Das Objekt muss nun mit weicher Flamme langsam erwärmt werden, damit alle Teile zu gleicher Zeit den Soliduspunkt der Legierung erreichen. Jetzt muss weiter erwärmt werden, bis die Oberfläche der Granalien zu spiegeln beginnen. Ein paar Sekunden muss die Temperatur so gehalten werden. Nach dem Granulieren wird das Werkstück abgebeizt und abgekratzt. Sollten dabei einige Kügelchen abfallen, können diese erneuert granuliert werden. Als Abschluss des Granuliervorganges wird das Schmuckstück in ein Flussmittel eingetaucht, leicht geglüht und abgebeizt. So erhält man eine oxidfreie Metalloberfläche.
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