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Schmucklexikon von Prof. Leopold Rössler

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Glyptik

"Gyptik" = "Steinschneidekunst". Das Wort "Glyptik" leitet sich vom altgriechischen "glyphein" ab. Dies bedeutet soviel wie "aushöhlen, herausschnitzen" bzw. "in den Stein eingraben". Das Wort "Gemme" hingegen stammt aus dem Lateinischen und ist vom Ursprung her gleichzusetzen mit: "gemma", das Juwel; der geschnittene Edelstein.
Gemmarius ist der Steinschneider. Nicht sicher geklärt ist die Herkunft des Begriffes "Cameo" oder "Kameo, Kamee". Dafür gibt es verschiedene Überlieferungen wie z.B. aus dem persischen "chumahäu", im mittelalterlichen Latein findet man das Vokabel "camahatus". Im Italienischen "chama", die Muschel, abgeleitet von den "Muschelcaméen".
Im deutschsprachigen Raum verwendet man seit dem 14.Jahrhundert verschiedene Ableitungen: "gamah, gammaho, gämahü, gamähinstein, gamaphe, camache, camaie, camme, cammée". Daraus lässt sich erkennen, wie schwierig es war, im Sprachlabyrinth die dementsprechende Definition zu finden und bei vielen Fachgesprächen kann man heraushören, dass sie noch immer nicht geklärt ist.
Die "Glyptik" hat wie die Mode, Möbel, Frisur, Kleidung, Schmuck usw., bestimmte Stilmerkmale.
Epochen:
Griechisch-geometrische Glyptik,
Kyprische Glyptik,
"Inselsteine", griech. Gemmen des 7./6. Jh. V. Chr.,
Phönikische und phönikisch-griechische Skarabäen des 6. Jh. V. Chr.,
Griechisch-arachaische Glyptik des 6. und frühen 5. Jh. V. Chr.,
Griechisch-klassische Glyptik des 5./4. Jh. V. Chr.,
Graeco-persische Gemmen,
Hellenistische Gemmen,
Etruskische Skarabäen.
Italienische und römisch-republikanische Gemmen,
Gemmen der römischen Kaiserzeit,
Gnostische Gemmen,
Sassanidische Siegel,
Christliche Gemmen der Spätantike und des Mittelalters und Neuzeitliche Gemmen.
In der Kunstgeschichte spricht man nur von "Gemmen" = gravierte Steine. Egal ob erhaben oder vertieft graviert. Im Edelsteinhandel wird aber eingeteilt in den Begriff: "Gemme" = vertieft und "Camée" = erhaben geschnitten. Man spricht von gravierten oder geschnittenen Steinen.


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