Beschauzeichen, auch Kontrollzeichen, Schaumarke, Stempel, Signetum oder * Punze,

Bezeichnung der amtlichen Markierung, die auf die Echtheit von * Edelmetallen hinweist. Bereits im römischen und im byzantinischen Reich waren staatliche Punzen üblich, die den * Feingehalt garantierten. Bekannt ist auch, dass z. B. aus Syrien stammende Silberwaren bereits im 4. Jh. B. aufwiesen. Seit dem frühen 14. Jh. wurden Gold und Silber in den meisten nordeuropäischen Ländern punziert, d. h. amtlich bestellte Prüfer schlugen nach Feststellung des Feingehalts in Gegenstände aus Edelmetall mittels Stahlstempeln Qualitätszeichen ein. Vorläufer der Beschauzeichen waren die Wappenpunzen der * Gilden und Städte. Als älteste Stadtpunze gilt die 1299 in Paris übliche Lilie. Nürnberger Goldschmiedearbeiten weisen seit dem 14. Jh. Beschauzeichen auf, bis 1550 bestand aber kein festes Merkzeichensystem. Augsburger Goldschmiedearbeiten wurden ab 1529 mit einem Beschauzeichen in Form eines Pinienzapfens versehen. In Österreich sind Beschauzeichen seit 1524 nachweisbar. Goldschmiedearbeiten von * hofbefreiten Meistern weisen oft keine Beschauzeichen auf, ebenso geringgewichtige Schmuckstücke (* Punzierungsfreie Gegenstände, * Karat). Auch Zinn- und Kupferwaren wurden vielfach amtlich kontrolliert und mit Beschauzeichen versehen.


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