Bettlerfigur. Den betont drastisch ausgeführten Bettlerfiguren auf mittelalterlichen * Tafelbildern folgten im Barock vollplastische, in Lumpen gehüllte Figuren von Bettlern und Krüppeln. Der durch die zerschlissene Kleidung ausgedrückte Gegensatz von Reich und Arm sollte auf die Vergänglichkeit alles Irdischen hinweisen. Die hohlwangigen, oft betont hässlich ausgeführten Gestalten vermittelten zudem ein schaurig-schönes, prickelndes Gefühl, ähnlich modernen Horrordarstellungen. Beispiele für besonders ausdrucksstarke Elfenbeinfiguren stammen vom sächsischen Hofbildhauer W. Krüger. Auf expressive Elfenbein-Holz-Kombinationsfiguren spezialisiert waren vor allem Troger, Kolb, Gruppensberg und Föger (* Kombinationsfiguren).


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Bettlerleier »


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