Beuroner Kunst,  in der Benediktinerabtei Beuron/Donau im letzten Drittel 19. Jh. entstandene und bis ca. 1920 währende Kunstform der aus der so genannten Beuroner Malerschule hervorgegangenen Kunstwerke.

Die Beuroner Kunst geht auf den Architekten, Bildhauer und Maler Peter Lenz zurück, der Schüler von W. v. Kaulbach, M. v. Schwind u. a. an der Münchner Kunstakademie war, die er bis 1857 besucht hatte. Anschließend lehrte Lenz an der Nürnberger Kunstgewerbeschule Bildhauerei und trat 1868 als Pater Desiderius in das erst 1863 gegründete Kloster ein. Er suchte das ideale Maß seiner im Auftrag des Benediktinerordens geschaffenen * Fresken in frühchristlichen und byzantinischen Vorbildern zu finden. Die Malereien und plastischen Darstellungen der Beuroner Kunst wirken durch Stilisierung statuarisch und zeitlos. Mitbeteiligt an der Entwicklung der Beuroner Kunst war der aus der Schweiz stammende Pater Gabriel (Jakob Wüger), mit dem Lenz (P. Desiderius) gemeinsam Wandmalereien u. a. im Prager Emmauskloster (1880-85), in der Gnadenkapelle in Beuron (1901-03) und in der Abteikirche St. Hildegard in Eibingen (1909-13) durchführte. In der Person des Holländers Jan Verkade, der dem Künstlerkreis der * Nabis angehörte und 1894 als Pater Willibrord in das Kloster eintrat, wurden auch die Nabis durch die Beuroner Kunst beeinflusst. In der Öffentlichkeit bekannt wurde die Beuroner Kunst vor allem seit 1905 durch die Mitwirkung an der Ausstellung "Religiöse Kunst" an der * Wiener Sezession, für die vor allem Pater Willibrord die Bilder ausgewählt hatte. Für das Bekanntwerden der Beuroner Kunst entscheidend waren auch eine Ausstellung in Aachen 1907 und die Mitwirkung an der Großen Kunstausstellung in Düsseldorf im Jahr 1909.


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