Beweinung Christi. Die Darstellung des (auf weißem Leinen) am Boden liegenden toten Gottessohnes (daneben manchmal ein Salbgefäß) findet sich erstmals im 11. Jh. in der byzantinischen Kunst auf Elfenbeinreliefs als Bindeglied zwischen * Kreuzabnahme und * Höllenfahrt (* Descensus).

Bei späteren Darstellungen (* Depositio) befindet sich oft im Zentrum Maria, die Mutter Christi, die ihren toten Sohn am Schoß oder in den Armen hält. Als Bildausschnitt wiedergegeben, wird diese Szene * Pietà oder * Vesperbild genannt. Bei der Beweinung Christi zu sehen sind weiters oft * Maria Magdalena, * Maria Salome oder * Maria Kleophas sowie die Ratsmitglieder Nikodemus und * Josef von Arimathia. Letzterer hatte das für sich vorbereitete Felsengrab für die * Grablegung Christi zur Verfügung gestellt. Das Fehlen der entsprechenden Textstelle in den Evangelien hatte Abwandlungen in der Darstellung zur Folge. So wird die Beweinung Christi einmal unmittelbar nach der * Kreuzabnahme wiedergegeben, ein andermal vor der Grabkammer und bisweilen auch neben dem offenen Sarg. Obwohl bei der Beweinung Christi mitunter ein Salbgefäß zu sehen ist, handelt es sich nicht um das Thema der * Myrrhophoren, der * drei Frauen am Grab (* drei Marien am Grab). Die Beweinung Christi erfolgte vor der Grablegung. In der Ostkirche spielt das Motiv der Beweinung Christi im Gottesdienst des Karfreitags eine große Rolle. Es ist auf dem * Epitaphios dargestellt, meist in Form einer Stickerei.


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