Bildstock, an heidnische Traditionen (Kultsäulen an Wegkreuzungen, s. a. * Hermen) anknüpfende christliche Andachtsstätten aus Holz oder Stein, wo * Kruzifixe, Bilder der Gottesmutter oder von Heiligen aufbewahrt werden.

Hölzerne Bildstöcke haben oft die Form eines überdachten Kreuzes, an dem das * Andachtsbild befestigt ist (* Urlauberkreuz). Gemauerte Bildstöcke sind in der Regel pfeilerartig, mit einem tabernakelförmigen Oberteil (Tabernakelpfeiler), der als Bildnische dient. In der Gotik wurden Bildstöcke mit kunstvollen Steinmetzarbeiten verziert. Barocke Bildstöcke weisen als Bekrönung häufig eine * Vesperbild-Gruppe auf. Eine Sonderform des Bildstockes stellen die so genannten * Marterln dar, die dem Gedenken an einen Toten gewidmet sind. In * Wallfahrtsstätten wurden vor allem im 19. Jh. aus Bein geschnitzte oder gedrechselte Bildstöcke "en miniatur", zur Erinnerung an die Wallfahrt und als Gegenstand persönlicher Andacht, feilgeboten. Zentrum ihrer Produktion war Berchtesgaden. Neben zahlreichen Bildstöcken waren früher auch kleine begehbare Sakralbauten häufig, so genannte * Kapellen, die zur Aufnahme von Heiligenbildern dienten.


« Bildstickerei

Bildteppich »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.