Blaue Reiter,, Abk. "D.B.R.",

1) Name der von Wassily Kandinsky und Franz Marc gegründeten Kunstzeitschrift.

2) Künstlervereinigung. Die Gründung erfolgte 1911, nachdem bei der avantgardistischen Gruppe * Neue Künstlervereinigung München (deren Vorsitz der Maler W. Kandinsky hatte) Spannungen aufgetreten waren und sich Kandinsky und der im gleichen Jahr Mitglied gewordene Maler F. Marc von dem Kreis getrennt hatten.

Die Bezeichnung D. B. R. geht auf ein Gemälde Kandinskys zurück. Während Kandinsky, abgeleitet von Assoziationen mit Rittern und Reiterheiligen, vor allem Reiterdarstellungen bevorzugte, liebte Marc Pferde in jeder Form. Zu der Farbe Blau fühlten sich beide gleichermaßen hingezogen. Im Dezember 1911 eröffneten sie in der Münchner Galerie Thannhauser mit 43 Bildern die erfolgreiche "Erste Ausstellung der Redaktion D. B. R.". Beteiligt waren neben den beiden Redakteuren der Zeitschrift D. B. R. u. a. A. Bloch, D. u. V. Burljuk, H. Campendonk, R. Delaunay, E. Epstein, A. Macke, G. Münter sowie der Maler und Musiker A. Schönberg. Die Bilder der Gründungsausstellung wurden dann auch in den Städten Berlin, Bremen, Frankfurt/M. und Köln gezeigt. Der Künstlervereinigung D. B. R. schlossen sich u. a. auch die Maler P. Klee, A. Kubin, E. Nolde, J. B. Niestlé, M. Melzer, W. Morgner und T. Tappert an. Sie wendeten sich gegen das wirklichkeitsnahe Bild sowie gegen die akademischen Traditionen und waren wegweisend für den * Expressionismus.

Die zweite Ausstellung der Künstlergruppe wurde unter dem Motto "Schwarz-Weiß" 1912 in den Geschäftsräumen des Kunsthändlers H. Goltz abgehalten; präsentiert wurden dabei nur   Graphiken und Aquarelle. Eng mit dem Künstlerkreis D. B. R. in Verbindung standen auch Künstler der Gruppe * Die Brücke, ferner der Schweizer H. Arp und russischen Künstler, unter ihnen K. Malewitsch. Bilder von Künstlern, die der Gruppe D. B. R. angehörten, waren in der Folge auch 1912 bei der Sonderbundausstellung in Köln und 1913 beim "Ersten Deutschen Herbstsalon" in Berlin zu sehen.  Zu Beginn des Ersten Weltkriegs (1914) wurde der D. B. R. aufgelöst.


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