Bogenformen. Die einzelnen Varianten leiten sich entweder vom Rundbogen oder vom Spitzbogen ab.

1. Der besonders bei römischen Bauten sowie in der Romanik und in der Renaissance gebräuchliche Rundbogen hat die Form eines Halbkreises. Die islamische Baukunst bevorzugt den nach unten eingezogenen Hufeisenbogen, der wie ein Dreiviertelkreis geformt ist. Ein Hufeisenbogen mit Spitze wird "gespitzter Hufeisenbogen" genannt.  Andere Formen des Rundbogens entstehen durch Kreissegmente oder elliptische Formen. Aus drei Kreissegmenten, die als * Dreipass angeordnet sind, besteht der Kleeblattbogen.

2. Der für die Gotik kennzeichnende Spitzbogen wird aus zwei Kreisbogen von gleichem Radius gebildet. Die in England verbreiteten sehr spitzen Formen heißen "Lanzettbogen". Das Gegenteil davon ist der in der englischen Spätgotik gebräuchliche flach gedrückt wirkende Spitzbogen, * Tudorbogen genannt. In der Spätgotik wurde auch der als "Kielbogen" bezeichnete kielförmige Spitzbogen üblich. Seine ausladende, einem gerafften Vorhang ähnliche Variante heißt "Vorhangbogen".


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