Bucheinband, Umhüllung der zu einem Ganzen gebundenen oder gehefteten Seiten eines Schriftwerks.

Im Altertum verwahrte man die im Allgemeinen aus * Papyrus hergestellten * Handschriften in gerolltem Zustand (* Buchrolle). Seit Verwendung von * Pergament wurden die einzelnen Bögen meist nicht mehr aneinandergereiht, sondern übereinandergelegt und zu einem * Codex gebunden. (Die * Exultetrollen wurden weiterhin als Schriftrollen gestaltet, desgleichen bis heute auch die * Thora.) Während der Bucheinband anfangs nur Schutzfunktion hatte, wurde er im Frühmittelalter oft als Prachteinband in Form von Goldschmiedearbeiten ausgeführt, verziert mit edlen Steinen und oft auch mit beschnitzten Elfenbeintafeln. Um die Edelmetallrahmungen einschmelzen zu können, waren Buchdeckel in späterer Zeit häufig vom Schriftteil (Codex) getrennt worden. Vom Hochmittelalter bis zum Beginn 20. Jh. wurden die Bucheinbände bedeutender Werke meist sehr aufwendig ausgeführt und bestehen in der Regel aus Holzdeckeln, die mit (geprägtem) Leder überzogen sind. In der Renaissance waren * Plaketteneinbände beliebt. Alte Gebrauchswerke haben meist einen Bucheinband aus Pergament, * Hornband genannt. Bis zum 16. Jh. bildeten die * Buchschließe und der * Beschlag wesentliche Bestandteile des Bucheinbandes. Vgl. * Buchbeutel.


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