Bürger, ursprünglich der freie und wehrpflichtige Bewohner der burgartig befestigten mittelalterlichen Stadt.

Die zur Verteidigung benötigten Waffen wurden im * Zeughaus aufbewahrt. Die Bürger hatten viele Vorrechte, aber auch Pflichten. Das Bürgerrecht war erblich, konnte jedoch auch erworben werden. Vorausgesetzt wurde, dass der Antragsteller Christ und von "deutscher Art und Zunge" war. Außerdem musste er einen "ehrlichen" Beruf ausüben; Spielleute, Abdecker und Scharfrichter konnten z. B. nicht Bürger werden. Auch Klerikern und Angehörigen niederer Stände blieb das Bürgerrecht meistens versagt. Oft konnten  nur die Bürger einer Stadt Grund- und Hausbesitz erwerben. Auch um das Meisterrecht durften nur Bürger ansuchen. Personen, die in einer Stadt zwar ihren ständigen Wohnsitz hatten, ohne aber über Grund und Boden oder das Bürgerrecht zu verfügen, hießen * Beisassen. Bilder von Bürgern sind seit Ende 14. Jh. nachweisbar und dokumentieren das erstarkte Selbstbewusstsein des Bürgerstandes. Neben Einzeldarstellungen sind Bürger u. a. auf * Genre- und Schützenbildern (* Doelenstück) zu sehen. 


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Bürgerkönig »


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