Butzenscheibe, Batzenscheibe, Nabelscheibe, Ochsenauge.

Vor allem vom 14.-16. Jh. verwendete man als Fensterverglasung im Allgemeinen durch so genannte * Bleiruten im Verband gefasste runde Glasscheiben mit einem Durchmesser von 7-12 cm. Zwischen den einzelnen Scheiben eingepasste Glaszwickel heißen "Hornaffen". Hergestellt wurden Butzenscheiben, indem der  Glasmacher mit der zuvor in die heiße Glasmasse getauchten * Glasmacherpfeife eine Glasblase blies. Dann wurde an der der Glasmacherpfeife gegenüberliegenden Seite ein Hafteisen angeschmolzen und die Glasmacherpfeife abgesprengt. Danach weitete der Glasbläser das durch das Absprengen entstandene Loch mittels eines Aufreibeisens aus, bis sich die so genannte "Krone" bildete. Durch rasches Drehen wurde die zuvor im Ofen erhitzte Krone ausgeschleudert, verflachte zusehends und bildete schließlich eine Scheibe. Die beim Abbruch vom Hafteisen entstandene Abbruchstelle heißt "Butzen", daher der Name Butzenscheibe. Bisweilen wurde die Glasmasse sehr stark ausgeschleudert, so dass sich eine relativ große Scheibe bildete. Das auf die Weise entstandene durchsichtige Randstück, "Mondglas" genannt, sprengte man dann mit Hilfe eines heißen Drahtes ab, schnitt es mit dem "Kröseleisen" zu und verwendete es für spezielle Verglasungen. Das Mittelstück mit dem Butzen wurde wie die anderen Butzenscheiben verarbeitet. Originale aus * Waldglas bestehende Butzenscheiben sind meist grünlich oder bräunlich gefärbt. Damit die Fensterflächen, die aus vielen einzelnen in Bleiruten gefassten Butzenscheiben bestehen, dem Winddruck standhalten, wurden in der Fensterlaibung querliegende Eisenstäbe, so genannte * Windeisen, als Versteifung angebracht. Abgeleitet von den runden Butzenscheiben, werden heute auch die viereckigen Glastafeln "(Fenster-)Scheiben" genannt. Eine aus verschiedengestaltigen farbigen Glasstücken zusammengesetzte und in Bleiruten gefasste Fensterverglasung wird als * Glasmalerei bezeichnet.
  


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