Chor

1) im antiken Theater der für Tanz und Gesang vorgesehene Platz sowie Bezeichnung für die Sänger selbst.

2) Davon abgeleitet, vor allem in Kloster- und Stiftskirchen, der für den Chorgesang bzw. das * Stundengebet der Geistlichen vorgesehene Raum am Ostende der Kirche, wo sich der Hauptaltar (Choraltar) befindet. Der Chor war vereinzelt schon in karolingischer Zeit durch die Verlängerung des Mittelschiffs über das Querschiff hinaus entstanden. Rechts und links des Chors befindet sich das * Chorgestühl. Der Chor liegt im Allgemeinen um ein bis drei Stufen höher als das Mittelschiff. Als Abgrenzung des Chors zum Gemeinderaum dienten im Mittelalter die * Chorschranken; der * Lettner bildete die Verbindung zum Gemeinderaum. Ab dem 15. Jh. wurden die Chorschranken häufig durch ein kunstvoll geschmiedetes * Chorgitter (Doxale) ersetzt. Der Chor geht, in der Regel im Osten, in das Chorhaupt über, * Apsis genannt. Eine Sonderform ist der Chorumgang, der durch die Weiterführung der Seitenschiffe um den Chor entsteht, mit offenen Bögen zum Chor hin.

3) Die zumeist am Westende des Hauptschiffs befindliche * Empore, die als Sängerbühne für den Kirchenchor dient und auf der sich die Orgel befindet, wird gleichfalls als Chor bezeichnet.


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Choraltar »


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