Diaphanbild, Diaphanie, Leuchtbild, von griechisch diaphainein, "durchscheinen",

1) mit * Lasurfarben auf Glas oder ein anderes transparentes Material, etwa * Pergament, gemaltes Bild. Diaphanbilder sind bisweilen auf Glas aufgezogen oder zwischen zwei Glasplatten eingespannt. Auf Glas gemalte Fenstereinsätze als Mittelstücke von * Bleiglasfenstern waren im 16. Jh. vor allem in der Schweiz beliebt; sie heißen * Kabinett- bzw. * Wappenscheiben. Später wurden sie in Metallrahmen gefasst und mit einem Kettchen am Fensterrahmen hängend oder als Wandschmuck verwendet.

2) Auch bildartige, stellenweise sehr dünn gearbeitete transparente Elfenbeinreliefs heißen Diaphanbilder. Sie fanden im 18./19. Jh. als * Kerzenschirme und im Jugendstil auch bei Schmuckstücken Verwendung. R. * Lalique arbeitete u. a. mit diaphanen Elfenbeinschnitzereien, die oft partiell farbig unterlegt wurden. Zumeist sind Frauenantlitze oder ganze Frauenfiguren im Material etwas stärker geschnitzt und deshalb elfenbeinfarben; die Umgebung ist dagegen als sehr dünnes Flachrelief ausgeführt, so dass die Farbe des Untergrunds durchscheint und einen reizvollen Kontrast bildet. Der Terminus * Lithophanie (von griechisch lithos, "Stein") sollte nur in Verbindung mit Steinschnitten und in weiterem Sinne bei * Keramiken verwendet werden, nicht aber für eine der oben erwähnten Arbeiten.


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Diaphanradierung »


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