Diorama, (Mz. Dioramen), von griechisch dioran, "durchsehen",

1) ursprünglich Bezeichnung für ein bemaltes durchscheinendes Gewebe. Daguerre, der Erfinder der * Daguerreotypie, und Charles Bouton sollen 1822 erstmals auf dünnem Stoff beidseitig gemalte Bilder verwendet haben, wobei sich je nach Beleuchtung verschiedene Bildeffekte ergaben (Sonnenaufgang, Wolkenstimmungen, Gewitter, Feuersbrunst, Sommerbild/Winterlandschaft u. dgl.) und den Eindruck eines sich weit erstreckenden Raumes boten. Auch John Arrowsmith arbeitete 1824 in England mit Dioramen, wobei sich die Betrachter in einem drehbaren Zuschauerraum befanden. Das große Interesse des Publikums trug entscheidend zur Verbesserung solcher Bilder bei. 1831 eröffnete Carl Ferdinand Langhans in Breslau ein "Pleorama" mit beweglichen Lichtquellen und der Wiedergabe von Geräuschen. Schon ein Jahr später konnten die Zuschauer eine von dem Berliner Hoftheatermaler Carl Wilhelm Gropius in der Technik des Pleoramas inszenierte Rheinfahrt mit diversen Geräuscheffekten miterleben. Derselben Technik bedienten sich noch 1948 die Maler A. A. Gorpenko, A. M. Stadnik und P. I. Zigimont bei ihrer Darstellung "Die sowjetischen Truppen überqueren den Dnepr".

2) Schaukastenbild, bei dem Figuren in mehreren Ebenen vor einem Hintergrund aufgestellt sind, wodurch ein sehr plastischer dreidimensionaler Eindruck entsteht. Solche kulissenartig gestaffelten Szenenbilder können vollplastisch oder aus bemaltem bzw. bedrucktem Karton gefertigt sein. Bewegliche Dioramen wurden Theater genannt. Aus Karton bestehende Exemplare sind häufig zusammenhängend und zusammenlegbar ausgeführt. Seit Mitte 19. Jh. werden auf diese Weise Kinderbücher hergestellt, die heute begehrte Sammelobjekte darstellen.

3) Bildtypus, bei dem der Stimmungswechsel zwischen Tag und Nacht wiedergegeben ist.


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