Dismas, zumeist angeführter Name des bußfertigen so genannten "guten" * Schächers (apokryphes Nikodemus-Evangelium).

In den * Apokryphen werden für ihn auch die Namen Desmas, Joathas, Titus und Zoatham genannt. Der Überlieferung nach wurde Dismas zur Rechten Christi gekreuzigt, und Jesus verhieß dem reuigen Sünder, dass er noch am gleichen Tage mit ihm im Paradies sein werde (* Lukas 23, 42-43). Einer Legende zufolge war Dismas einer der Räuber, von denen die * Heilige Familie auf der * Flucht nach Ägypten überfallen wurde.

Dismas soll Maria, Josef und das Jesuskind vor seinen Kumpanen beschützt und sogar in sein Haus aufgenommen haben. Wie es heißt, prophezeite ihm Maria damals die Rettung seiner Seele. Dismas wurde deshalb als Heiliger verehrt und, abgesehen von den * Golgatha-Darstellungen, auch als Einzelfigur wiedergegeben. Er galt als Patron der zum Tode Verurteilten, und vom Mittelalter bis zum 18. Jh. waren unterhalb der Richtstätten (Galgenberg) oft Dismas-Statuen aufgestellt, vor denen die Armen Sünder ihr letztes Gebet sprechen durften.

Als Attribut hält Dismas meist einen * Kreuzstab oder ein * Schächerkreuz in Händen. Nachdem keine öffentlichen Hinrichtungen mehr vollzogen wurden, verloren auch die Dismas-Statuen ihre Funktion und sind heute sehr selten. Eines der wenigen erhaltenen Exemplare befindet sich außerhalb der niederösterrischen Stadt Eggenburg. (Der Name des zur linken Hand Christi gekreuzigten so genannten "bösen" Schächers wird mit Gestas angegeben.)


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