Dornbusch, brennender, in der altchristlichen Kunst häufig anzutreffende Darstellung, auf der * Moses vor einem brennenden Dornbusch zu sehen ist (bisweilen beim Ausziehen seiner Schuhe, da der Ort von Gott als heiliger Boden bezeichnet wurde). Das Motiv bezieht sich auf die Textstelle im Alten Testament (* Exodus 3, 1 ff.), die berichtet, dass Gott aus einem brennenden Dornbusch zu Moses spricht und der Dornbusch vom Feuer nicht verzehrt wird. Gott fordert Moses auf, das Volk Israel aus der Hand der Ägypter zu befreien und hinzuführen in ein schönes weiträumiges Land, das von Milch und Honig fließt (vgl. * Auszug der Israeliten aus Ägypten). Zu den frühesten Dornbusch-Motiven (um 256) zählt der im Rahmen des Moses-Zyklus in der Synagoge von Dura-Europos (heute Qal'at as-Salihiya) wiedergegebene Dornbusch. Bekannte Dornbusch-Darstellungen befinden sich auf den aus dem 4. Jh. stammenden Malereien der Calixtus-Katakombe in Rom und auf einem Mosaik aus dem 6. Jh. in S. Vitale, Ravenna. Im Zuge der gesteigerten Marienverehrung wurde im 15. Jh. im Dornbusch oft Maria mit dem Jesuskind stehend dargestellt (* Triptychon von Nicolas Froment, 1475, St. Sauveur, Aix-en-Provence). Seitdem gilt der Dornbusch auch als Symbol für die Jungfräulichkeit Marias.


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Dornenkrone »


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