Fachwerk, beim Hausbau angewandte alte Skelettbautechnik.

Die Basis des Fachwerk-Hauses bildet die so genannte "Schwelle". In ihr ist das aus Holzpfosten bestehende tragende "Stabwerk" eingezapft. Diese Ständer werden durch waagrechte Pfosten ("Riegel" oder "Rähm" genannt) fest verbunden und mit schrägen Streben versteift. Der so genannte "Rahmen" schließt das Fachwerk nach oben ab. Die Hohlräume zwischen dem rahmenden Holzgerüst füllte man mit diversem Material aus (Steine, Ziegeltrümmer, Lehm etc.). Die so entstandenen Wände wurden schließlich verputzt, wobei meist ein Flechtwerk aus Weidenruten und Stroh als Putzträger diente. Das Holzgerüst, d. h. das Fachwerk, blieb unverputzt. Die ältesten erhaltenen Fachwerkbauten stammen aus dem 13./14. Jh. In Esslingen befinden sich beispielsweise gleich fünf nebeneinander stehende Fachwerkhäuser von 1327/28. Die meisten erhaltenen originalen Fachwerkbauten sind in Mittel- und Norddeutschland, England, in den Niederlanden und im Norden Frankreichs zu finden und stammen meist aus dem 16./17. Jh. Im vorigen Jh. wurden im Zuge von Fassadenrestaurierungen (Trockenlegung, Wärmedämmung etc.) bei vielen Fachwerkbauten die Holzteile verkleidet. Wo die Möglichkeit besteht, versucht man heute vielfach, zumindest optisch den Originalzustand wiederherzustellen. Vorstufen zur Technik des Fachwerks waren schon in der so genannte Vorpalastzeit in Kreta (* Kretische Kunst) und bei den Germanen bekannt. Wieder angewendet wird eine dem alten Fachwerk ähnliche Technik heute bei der modernen Skelettbauweise, bei der Stahl und Stahlbeton das Skelett bilden, in das dann vorgefertigte Bauelemente eingesetzt werden. Vgl. * Curtain Wall.


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