Filigranarbeit, von lateinisch filum, "Faden" (Draht), und granum, "Korn",

Bezeichnung für ein Zierwerk aus feinem, häufig gekerbtem, * kordiertem oder gekordeltem Gold- bzw. Silberdraht in Verbindung mit * Granulationen. In Filigranarbeit ausgeführte Schmuckstücke waren schon im Altertum bei Etruskern, Mykenern, Trojanern und Germanen gebräuchlich. Die Drahtarbeiten verband man zunächst stets mit einem Untergrund zur Aufnahme der Granulation. Bei Verwendung einer Unterlage wird oft von Musterfiligran gesprochen. Später wurde das Drahtwerk häufig allein, d. h. ohne Untergrund, zu ornamentalen Mustern (Rosetten, Schlaufen, Spiralen etc.) gebogen sowie verlötet, manchmal als so genannter Zellenfiligran, zur Aufnahme von Emailarbeiten. Abgesehen von Schmuckstücken, z. B. * Gollermaschen und Broschen, sind besonders schöne Beispiele dieser ohne Granulationen gestalteten Drahtarbeiten bei alten * Rosenkränzen zu finden. Trotz des Fehlens einer Granulation wird auch für solche Objekte der Terminus Filigranarbeit verwendet. Im Mittelalter weisen speziell die Einbände byzantinischen und romanischen Schriften Filigranarbeit auf. Eines der Zentren für Filigranarbeit in der Neuzeit war Schwäbisch Gmünd. Im modernen Sprachgebrauch wird der Terminus auch auf andere, sehr feine, zerbrechliche Objekte übertragen, die nicht aus Draht und Granulationen bestehen.


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