Firnis, an der Luft trocknende Flüssigkeit zum Schutz von Gegenständen.

Aufgrund der Ausgangsstoffe unterscheidet man Öl-, Harz-, Terpentinöl- und Alkoholfirnisse. In der Ölmalerei gebräuchliche Firnisse bestehen meist aus Weichharzen (Dammar, Mastix), die in doppelt gereinigtem Terpentin oder oxidativ trocknenden Ölen (Leinöl) gelöst sind; beigemengte * Sikkative beschleunigen den Trocknungsprozess. Der Firnis bildet auf den * Ölmalereien einen glänzenden, durchsichtigen, luftundurchlässigen Schutzfilm, der den Farben Glanz verleiht und sie vor allem gegen Staub schützt. Durch Alterung stumpf, dunkel und rissig gewordener Firnis wird bei der Restaurierung abgelöst und durch neuen Firnis ersetzt. Vgl. auch * Pettenkofersches Verfahren. Auf diese Weise kommen nicht selten gemalte Einzelheiten zum Vorschein, die durch Nachdunkeln nicht mehr erkennbar waren. Abgesehen von * Ikonen, sind Bilder mit originalem altem Firnis selten. Früher wurden laut * Theophilus vor allem Ölfirnisse verwendet; sie dunkeln besonders stark nach. Aufgrund der vor allem im 19. Jh. herrschenden Vorliebe für alte, dunkle Gemälde verwendeten manche Maler einen leicht eingefärbten Firnis, um neue Bilder alt erscheinen zu lassen (* Galerieton).


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