Flamboyant, französisch, "flammend", Sonderform des * Fischblasen-Dekors, bei dem die sonst spitz-blasenförmigen Ornamente eine geschwungen flammenartige Form aufweisen, wie vom Wind bewegte Kerzenflammen.

Mit dem Terminus Flamboyant wird in Frankreich die Spätgotik bezeichnet. Der Flamboyantstil ist für den spätgotischen Baustil Frankreichs und zum Teil auch für die niederländischen, deutschen und englischen Architektur von ca. 1350/70 bis gegen 1500 charakteristisch. In England hießen die geschwungenen Maßwerksformen "flowing tracery" (fließendes Maßwerk). Die in Spanien von deutschen und niederländischen Architekten geschaffene Variante des Flamboyantstils wird "estilo florido" genannt, eingedeutscht * Florido-Stil.

Abgesehen von dem typischen Maßwerk, ist für den Flamboyantstil auch ein besonders reichhaltiger Dekor (Krabben- und Maßwerkfriese) charakteristisch. Bei manchen aus dem 13. Jh. stammenden Kirchen wurde Flamboyantdekor nachträglich angebracht, etwa bei den Westfassaden der Kathedralen von Rouen und Troyes und bei den Türmen der Kathedralen von Chartres und Autun. Von den Profanbauten ist vor allem der Justizpalast von Rouen typisch für den Flamboyantstil.


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