Allongeperücke, von französisch allonger, "verlängern.

Bezeichnung für die um 1630 am Hof König Ludwigs XIII. von Frankreich aufgekommene, von Männern getragene langhaarige Perücke. Sie wurde unter dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Mode und erfreute sich bis ca. 1730 beim Adel und als Amtstracht in ganz Europa großer Beliebtheit. Bei der Allongeperücke wurden die sorgsam gelegten Locken beidseitig des Mittelscheitels hoch aufgetürmt und fielen über den Nacken und die Schultern herab. Die Perücke umrahmte das Antlitz wie eine Löwenmähne und verlieh dem Träger ein imposantes Aussehen.

Ursprünglich war die Allongeperücke in den Naturfarben Blond, Brünett und Schwarz gebräuchlich, später nur in Weiß, wobei das Haar stark mit pulverisiertem * Sepia-Schulp gepudert wurde. Seit dem Rokoko war die Allongeperücke auf Inhaber offizieller Ämter, wie z. B. Richter, beschränkt, die auf den achtunggebietenden Eindruck nicht verzichten wollten. In einfacherer Ausführung ist die Allongeperücke als Amtstracht der Richter und der Angehörigen des Oberhauses im Parlament in Großbritannien auch heute noch in Verwendung. Als Gegenstück zur Allongeperücke trugen die Damen der Gesellschaft bis etwa 1730 eine Art Häubchen (* Fontange).


« Allonge

Alloverium »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.