Frankenthaler Porzellan. Paul Hannong, der Sohn des Strassburger Keramikers Paul Anton Hannong, verlegte seine 1748 in Strassburg gegründete * Porzellanmanufaktur 1754/55 wegen des Monopols von Vincennes nach Frankenthal (Pfalz), in das Gelände einer Kaserne.

Das Material für die Erzeugung musste von Strassburg geholt werden. 1755 erhielt Karl Hannong, der älteste Sohn des Gründers, von Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz die Erlaubnis zur Leitung des Betriebes. 1757, nach seinem Tod, führte sein jüngerer Bruder, Joseph Adam Hannong, die Manufaktur bis 1762 weiter, danach ging sie in kurfürstlichen Besitz über. Als Porzellanmarke dienten u. a. bis 1762 das in die Objekte eingepresste Monogramm des Gründers, "PH", dann die in * Unterglasurblau eingebrannten kurfürstlichen Initialen "CT" (Carl Theodor) und der * Kurhut. Adam Bergdoll (gest. 1797), der neue Leiter der Manufaktur, verpflichtete den Hofbildhauer Konrad Linck (1730-1793) als Modellmeister, unter dem das Frankenthaler Porzellan den künstlerischen Höhepunkt erreichte. Ein 1775 für den kurfürstlicher Hof zu Schwetzingen hergestellter und mit 60 vielfarbigen Blumenbuketts verzierter Prunkteller gelangte in das Bethnal-Green-Museum in London. 1795 wurde die Manufaktur von den Franzosen beschlagnahmt und an Peter van Recum verpachtet, der erneut Bergdoll als Leiter einstellte. Nach dem Abzug der Franzosen übernahm Johann Nepomuk van Recum (der Rechtsnachfolger Peter van Recums) den Betrieb. 1799 wurde das Unternehmen stillgelegt. Viele der insgesamt 800 Modeln für Porzellanfiguren und Gruppen, deren Entwürfe u. a. von K. Linck und J. P. Melchior stammten, gelangten auf einem Umweg in das Pfälzische Gewerbemuseum in Kaiserslautern und 1899 in das Historische Museum der Pfalz in Speyer. Nach 1918 verwendete man in Nymphenburg diese Frankenthaler Modeln und bezeichnete die damit hergestellten Objekte mit beiden Porzellanmarken (dem Nymphenburger Rautenschild und dem bekrönten "CT").


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