Genre, französisch, "Art", "Gattung".

Als Genrebild oder Genrekunst bezeichnet man Darstellungen von Sitten und Gebräuchen bestimmter Standes- und Berufsgruppen. Darauf weist auch der für das Genrebild gebräuchliche Ausdruck "Sittenbild" hin. Die Bilder haben weder religiöse noch mythologische oder historische Geschehnisse zum Thema, sondern stellen ein Spiegelbild des Alltagsgeschehens dar (Alltagsszenen). Genredarstellungen gab es schon im Altertum, etwa bei ägyptischen Wandmalereien und auf griechischen Vasen. Die Wiedergabe von Genreszenen war auch den Malern des Spätmittelalter nicht fremd, ferner sind solche Motive auf * Holzschnittfolgen, auf * Kupferstichen und auf Wandteppichen zu finden. Als selbständige Gattung der reinen Anschauungsmalerei entwickelte sich das Genrebild aber erst im 16./17. Jh und erreichte vor allem in der niederländische Kunst ihren Höhepunkt. Im Gefolge der realistischen Strömungen war das Angebot an Genrebildern im 19. Jh. in ganz Europa überaus groß. Dargestellt wurden neben charakteristischen Gepflogenheiten und Vorgängen des Alltagslebens auch Nebensächlichkeiten bis ins Detail. Oft wurden Szenen aus dem Leben von Adeligen, Stadtbürgern, Handwerkern und Bauern dargestellt, z. B. die höfische Jagd (Falkenbeize), Gasthausszenen, Bauernhochzeiten, Bilder von der Einbringung der Ernte, Krankenstuben und Werkstattmotive. Vgl. * Bambocciade.


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Genremalerei »


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