Glasschliff, mit Hilfe schnell rotierender kleiner Schleifräder in Glas eingeschliffener Dekor. Die Technik wurde im 16. Jh. von der Steinschneidekunst (* Glyptik), im speziellen von der Bearbeitung des * Bergkristalls, für die Glasveredelung übernommen, gewann aber erst in der 2. Hälfte 17. Jh. durch die Erfindung des * Kristallglases (* Böhmische Gläser, * Bleiglas) an Bedeutung. Die Schlifformen bestehen aus konkaven Linsen (Kugeln), Ovalen (Oliven), Walzen oder aus Facetten, d. h. spitzen und flachen "Steineln" oder "Steindeln" (Brillantschliff), gestaltet aus einem dichten Muster aus V-förmigen Rillen bzw. Kerben, die an Kerbschnittarbeiten erinnern. Diese in verschiedene Tiefen eingeschliffenen V-förmigen Rillen bilden durch Überkreuzen stern- bzw. gitterartige oder polygonale Figuren. Die Grundformen wurden häufig variiert und zu abwechslungsreichen Mustern kombiniert, die man früher als "böhmischen Schliff" bezeichnete. Für großflächiges Schleifen, wie etwa bei der partiellen Entfernung des farbigen Überzugs von * Überfanggläsern, ist der Ausdruck "Schälen" gebräuchlich (* Cameoglas). Eine aufwendige Sonderform des Glasschliffes ist der so genannte * Hochschnitt. Der Übergang vom Glasschliff zum Glasschnitt ist fließend.


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Glasschnitt »


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