Glyptik, griechisch, Steinschneidekunst. Als Rohmaterial für glyptische Arbeiten dienen im Allgemeinen * Schmucksteine, etwa * Chalcedon und Karneol, aber auch * Bergkristall und * Amethyst sowie diverse * Lagensteine wie * Sardonyx, * Onyx und * Achat.

Die Kunst des Steinschnitts entstand im antiken Mesopotamien in Form von Steinritzungen. Für den Steinschnitt wurden in der Antike der Fiedelbohrer in Verbindung mit Schleifmitteln verwendet, in der Folge auch die mittels eines Riemens von einem Schwungrad angetriebene Spindel, wobei der Graveur das Schwungrad mit einem Fuß in Drehung versetzte. Die ersten Großkameen entstanden am Hofe der Ptolemäer (hellenistische Herrscherdynastie in Ägypten, 323-30 v. Chr.).

Hergestellt wurden auch wertvolle Gefäße, wie z. B. die aus dem ptolemäischen Alexandria stammende "Tazza Farnese" (Neapel), die aus * Sardonyx besteht. Zu einer ersten Blütezeit der Steinschneidekunst kam es im römischen Reich (Camée de la Ste.-Chapelle, Paris), zu einer Nachblüte in der Spätantike. Weitere Höhepunkte der Gyptik gab es im 9. Jh. unter den Karolingern (Susannenscheibe aus Bergkristall, London), im 12./13. Jh. unter den Staufern sowie in der Renaissance, im Barock und im 19. Jh. In der Glyptik wird zwischen * Hochschnitt und * Tiefschnitt unterschieden. Aus Schmucksteinen als Relief gestaltete Hochschnitte heißen * Kameen, vertiefte Steinschnitte dagegen * Intaglien, bzw. * Gemmen, wenn sie kleinformatig sind. Früher wurden auch erhaben ausgeführte Steinschnitte als Gemmen bezeichnet, etwa die Gemma Augustea (Kunsthistorischen Museum Wien). Auch die so genannten Gemmenkreuze (* Crux gemmata) sind im Allgemeinen nicht mit in die Tiefe ausgeführten Steinschnitten, d. h. mit Gemmen verziert, sondern mit Kameen.


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Glyptische Arbeit »


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