Goldenes Vlies

1) im griechischen Sagenkreis das Fell des goldenen Widders, mit dem * Phrixos die Flucht gelang. Der Knabe war der Sohn Nepheles, der ersten Gemahlin König Athmas von Böothien. Seine zweite Frau Ino gebar dem König zwei Söhne und wünschte den Tod des Prinzen Phrixos, der als Erstgeborener Anspruch auf den Thron hatte. Eine schreckliche Dürre bot den Vorwand für einen vorgetäuschten Orakelspruch, wonach die Götter den Opfertod des Phrixos verlangten. Der Prinz bestieg mit seiner Schwester Helle den Rücken des von ihrer leiblichen Mutter zur Rettung gesandten goldenen Widders, der sie übers Meer tragen sollte. Während Helle, von Schwindel befallen, ins Meer stürzte, das seither nach ihr Hellespont hieß (die heutigen Dardanellen), gelangte Phrixos wohlbehalten nach Kolchis. Aietes, der dortige König, nahm den Prinzen freundlich auf, und Phrixos opferte den Widder als Dank für seine Rettung. Das goldene Fell (Vlies) hängte er an eine Eiche im heiligen Hain des Gottes * Ares, wo es von einem Drachen bewacht wurde. Die Rückholung des Goldenen Vlies gelang * Jason und den * Argonauten nach Bestehen zahlreicher Abenteuer und mit Hilfe der zauberkundigen * Medea.

2) Ritterorden, gestiftet von Herzog Philipp III. d. Guten von Burgund anlässlich seiner zweiten Eheschließung, mit Isabella von Portugal 1429. Durch die Heirat Marias von Burgund mit Kaiser Maximilian I. 1477 wurde das Goldene Vlies zum habsburgischen Hausorden. Seit dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) existiert eine österreichische und eine spanische Version des Ordens. Ursprünglich war das Ordenszeichen ein goldener Widder unter einem Feuerstein an einer Kette aus Feuersteinen und Feuerstählen. Später diente ein goldener Ring als Mittelstück des Ordens. Der Kopf und die Vorderbeine des Widders sind auf einer Seite des Ringes, der Leib und die Hinterbeine auf der anderen Seite naturalistisch wiedergegeben.


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