Greiftierstil, eine aus der germanischen Tierornamentik des * Vendelstils abgeleitete Variante der Wikingerkunst, vermehrt um karolingische und orientalische Stilelemente. Die erste Phase des Greiftierstils lässt sich in der 1. Hälfte des 9. Jh. nachweisen und wird Berdalstil genannt, nach dem Hauptfundort im westlichen Norwegen. Er ist vor allem in Jütland und in Norwegen verbreitet. Die in der 2. Hälfte 9. Jh. existente zweite Phase des Greiftierstils heißt auch Borrestil, nach dem Fundort im südöstlich Norwegen; verbreitet war er besonders im östlichen Norden. Beim Berdalstil sind die Tiere immer zur Gänze dargestellt, mit betont ausgebildetem Vorder- und Hinterleib sowie vier Tatzen oder Klauen, die Rahmenteile oder andere Tiere erfassen, daher die B. G. Der Kopf ist immer * en face, mit Glotzaugen und Nackenschopf, wiedergegeben. Beim Borrestil sind die Fabeltiere oft mit geometrischen * Flechtbandornamenten verbunden. Abgelöst wurde der Greiftierstil vom * Jellingestil.


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