Handstein. Handliche Gesteinsstücke, so genannte Erzstufen (z. B. Silberglanz) in der Form kleiner Gebirge, bezeichnete man früher als Handstein oder, mit dem lateinischen Terminus, als "lapides manuales" (eine Handvoll Gestein).

In die als Schaustücke dienenden Handsteine wurden häufig szenische Darstellungen eingeschnitten oder die kleinen Gebirge mit aus Silber, Elfenbein oder Koralle gefertigten Figuren bestückt. Besonders * Golgatha-Darstellungen mit aus Elfenbein geschnitzten Kreuzen und Figuren waren ein beliebtes Motiv. Oft haben solche Exemplare einen aus Silber geschmiedeten Standfuß. Handsteine sind typische Objekte der * Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance.

Schöne Beispiele gelangten in die Kunstkammer auf Schloss Ambras bei Innsbruck; sie stammen zum Teil aus der Silbergrube von Schwaz/Tirol. Während frühe Handsteine durchwegs hochformatig sind und das Beiwerk meist religiösen Themen gewidmet ist, gehen die Handsteine des 17./18. Jh. für gewöhnlich in die Breite, und es überwiegen profane Motive. Schöne Beispiele aus dem Herrengrunder Kupfergebiet gelangten in das Kunstgewerbemuseum Budapest.


« Handschrift

Handstrichstein »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.