Hedwigsgläser, aus dem 12. Jh. stammende dickwandige gelbbraune, grünliche oder graue Gläser * fatimidischer Herkunft, die im * Hochschnitt mit Tierfiguren (Löwen, * Greife) oder vegetabilem Dekor (* Palmetten, Ranken, Früchte) verziert sind.

Die erhaltenen Gläser sind zwischen knapp 9 cm (New York) und etwas mehr als 15 cm hoch (Amsterdam). Der Name Hedwigsglas bezieht sich darauf, dass zwei solcher Becher aus dem Besitz der hl. Hedwig (gest. 1243), Herzogin von Schlesien, stammen. Einer der Becher gelangte später nach Krakau und der zweite nach Breslau (seit 1945 verschollen). Aus dem Hl. Land mitgebracht haben soll die Hedwigsgläser nach dem 3. * Kreuzzug Berthold VI. (1138-1204), der Vater Hedwigs und Großvater Elisabeths von Thüringen, aus deren Besitz das in der Veste Coburg aufbewahrte Hedwigsglas stammt. Die Hedwigsgläser wurden von Hof zu Hof weitergegeben, und ihr Besitz sollte Gebärenden die Geburt erleichtern. In Kirchenschätzen befindliche Hedwigsgläser dienten bisweilen als * Reliquienbehälter.


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