Heilige, abgekürzt Hl., in der katholischen und in der orthodoxen Kirche verehrte Verstorbene, die sich der Anschauung Gottes erfreuen und die "heiliggesprochen" wurden.

Die reformatorischen Kirchen kennen Hl. als Zeugen der Wirksamkeit der göttlichen Gnade (z. B. Augustinus), lehnen aber die Heiligenverehrung ab. Heilig sind entweder Verstorbene, die für ihren Glauben das Leben gelassen haben (* Märtyrer), oder (seit dem 5. Jh.) Menschen, die aufgrund ihres tugendsamen, den Geboten entsprechenden Lebenswandels schon zu Lebzeiten große Verehrung genossen. Die Heiligenverehrung trat erstmals im 2. Jh. in Form des Gedenkens des Todestages von Märtyrern in Erscheinung und nahm bald als jährliche Feier die Form eines Heiligenfestes an. Schon bald entwickelte sich eine tiefe Verehrung der Heiligen als himmlische Fürsprecher. In dem Zusammenhang sind besonders die vierzehn * Nothelfer zu nennen.

Anfänglich stand den Bischöfen das Recht der Heiligsprechung zu. Erst Papst Alexander III. erklärte dann die Heiligsprechung zum ausschließlichen Recht des päpstlichen Stuhls (1170). Durch den Codex iuris canonici wird die Heiligenverehrung genau geregelt. Die Erforschung und Beschreibung des Lebens von Heiligen heißt * Hagiographie. Die * Acta Sanctorum ist eine Sammlung der Lebensgeschichten von Heiligen; die * Märtyrer sind dagegen im * Martyriologium erfasst. Der erste Heilige, den die katholische Kirche kanonisch als Heiligen anerkannte, war der heilige Ulrich von Augsburg (geb. 890; gest. 973); er wurde 995 von Papst Johannes XV. feierlich heiliggesprochen.


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Heilige Drei Könige »


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