Heiliger Geist, in der christlichen Lehre neben Gottvater und Gottessohn die dritte Person des dreieinigen Gottes.

Diese Trinität wird im deutschen Sprachraum * Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit genannt und etwa beim Motiv des * Gnadenstuhls bildlich dargestellt.

Dem biblischen Bericht zufolge zeigte sich der Heilige Geist zunächst bei der Taufe Christi im Jordan in Gestalt einer vom Himmel herabschwebenden Taube. Ein zweites Mal trat der Heilige Geist nach der * Himmelfahrt Christi sichtbar in Erscheinung. Die Apostel, Maria und die Frauen, die Jesus gefolgt waren, hatten sich zu Pfingsten in einem Haus in Jerusalem zum Gebet zusammengefunden. Plötzlich vernahmen sie ein Brausen in der Luft, und über jedem der Anwesenden leuchteten kleine Flammenzungen. Danach konnten sie mit den aus aller Herren Ländern nach Jerusalem gekommenen Pilgern in deren Sprachen sprechen. Die so genannte "Erleuchtung durch den Heiligen Geist", auch "Ausgießung des Heiligen Geistes" genannt, ist ein in der christlichen Kunst häufig anzutreffendes Motiv. Der Heilige Geist ist dabei in Form von oben nach unten züngelnder Flammen dargestellt.

In Verbindung mit der Dreifaltigkeit wird der Heilige Geist meist als weiße Taube wiedergegeben (* Heiliggeisttaube, * Pfingstloch). Als Taube personifiziert findet sich der Heilige Geist u. a. auch auf Bildern der Taufe Christi im Jordan durch * Johannes d. T. Nur vom 10.-16. Jh. anzutreffen sind Motive, bei denen die Dreifaltigkeit durch drei Männer versinnbildlicht wird, ganz vereinzelt durch zwei Männer, die eine den Heiligen Geist symbolisierende Frau flankieren. Die ältesten Darstellungen des Heiligen Geistes stammen aus dem 4. Jh. und sind in * Apsiden als * Fresken oder * Mosaiken (Lateranbasilika, um 320) zu finden. Vgl. * Gnadenstuhl.


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